Arbeitsgericht Mainz: Profifußballer sind „normale“ Arbeitnehmer

Im letzten Jahr hatte das Arbeitsgericht Berlin entschieden, dass ein Profifußballer nicht in gleicher Weise schutzbedürftig sei, wie ein “normaler“ Arbeitnehmer. Im Kern ging es bei dem Fall aus Mainz um dieselbe Frage, nämlich ob im Bereich der Befristung die allgemeinen Grundsätze gelten oder nicht.

Der Tor­wart war bei dem beklag­ten Bun­des­li­ga­ver­ein zunächst auf­grund eines auf 3 Jahre befris­te­ten Ver­trags als Lizenz­fuß­ball­spie­ler beschäf­tigt. Unmit­tel­bar anschlie­ßend schlos­sen die Par­teien im Som­mer 2012 erneut einen auf 2 Jahre befris­te­ten Ver­trag. Nach Ablauf des Vertrages machte der Torwart geltend, das ein unbefristetes Arbeitsverhältnis besteht. Der beklagte Ver­ein argumentierte dagegen, dass die letzte Befristung zulässig gewesen sei, denn der Spieler sei zum Zeitpunkt des Abschlusses des befristeten Vertrages bereits 34 Jahre alt gewesen. die Vereinbarung eines befristeten Arbeitsvertrages sei unter diesen Umständen branchenüblich.

Das Arbeitsgericht Mainz gab mit seinem Urteil vom 19. März 2015 (Az.: 3 Ca 1197/14) der Klage des Torwartes statt. Danach sei die Befris­tung eines Arbeits­ver­hält­nis­ses mit einem Spit­zen­sport­ler nur nach Maß­gabe des § 14 TzBfG zuläs­sig. Die Eigen­art der Arbeits­leis­tung als Pro­fi­fuß­ball­spie­ler recht­fer­tigt danach als sol­che nicht eine Befris­tung des Vertrags.

Die Frage, ob die Befristung eines Arbeitsverhältnisses mit einem Spitzensportler durch den Sachgrund der Eigenart der Arbeitsleistung gerechtfertigt werden kann, ist umstritten. Die Ent­schei­dung ist nicht rechtskräftig. Sollte das Urteil auch in wei­te­ren Instan­zen Bestand haben, könn­ten sich hier­aus weit­rei­chende Folge für die Ver­eine beim Abschluss von Pro­fi­ver­trä­gen ergeben.

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